Im Stress brauchen Sie Vitamin B1

7. Juli 2010

Von entscheidender, aber leider oft unterschätzter, Bedeutung für unsere Fähigkeit, mit Stress auf gesunde Weise umzugehen, ist unsere Versorgung mit Vitalstoffen. Besonders wichtig: die Vitamine der B-Gruppe.

Heute wollen wir uns einmal das Vitamin B1 genauer ansehen. Es wird auch das „Gute-Laune-Vitamin“ genannt. Ein Mangel daran fällt zunächst einmal durch einen Verlust an Lebensfreude auf, die Stimmung geht in den Keller. Das hat damit zu tun, dass Ihr Gehirn von Zucker lebt und Vitamin B1 dafür sorgt, dass es genug davon bekommt.

Zuwenig B1 haben Sie vor allem dann, wenn Sie Vollkorn meiden und Baguette, Schokolade und Riegel lieben. Wundern Sie sich dann nicht, wenn Ihnen immer mal wieder die Hände kribbeln und Sie unter Muskelschwäche und auch Schlafstörungen leiden. Und wenn Ihr Vitamin B1-Mangel schon länger andauert, sind Sie möglicherweise auch schon chronisch müde.

Und Ihr „Mitarbeiter“, der Stress? Der hat einen Riesenappetit auf Vitamin B1. Und den sollten Sie ihm auch gönnen. Das können Sie beispielsweise mit Vollkornprodukten und Erbsen tun. Tun Sie es nicht, bezahlen Sie einen hohen Preis. Null Konzentration, ein immer schlechter werdendes Gedächtnis und schwache Nerven gehören dazu.

Dies war ein Auszug aus dem Hörbuch „Mit Stress zur Spitzenleistung“ von Markus Frey

Stress – kein Krankmacher an sich

26. Juni 2010

„Stress ist die größte Gesundheitsgefahr des 21. Jahrhunderts.“ Seit die WHO vor einigen Jahren diese Aussage getätigt hat, wurde sie häufig zitiert und als Beleg dafür genommen, dass Stress „an sich“ ungesund sei. Doch diese Annahme ist falsch. Stress ist nicht nur „die Würze des Lebens“ wie es Hans Selye, der Vater der Stressforschung einst formulierte, die Stresshormone sind für unsere Gesundheit geradezu lebensnotwendig.

Problematisch wird es allerdings dann, wenn die Stresshormone nicht regelmäßig (d.h. im Tagesverlauf!) verbraucht und abgebaut werden. Das führt dann zu einem erhöhten Stresshormonspiegel mit all den bekannten gesundheitlichen Folgen, die wohl auch der WHO vor Augen standen.

Ein bisschen verhält es sich wie mit dem Benzin und dem Auto. Kein Mensch würde sagen, dass Benzin für ein Auto schädlich sei. Wenn aber der Tank voll ist, Sie das Auto nicht bewegen und gleichzeitig meinen immer mehr Benzin ins Auto füllen zu müssen…

Für heute wünsche ich Ihnen, dass Sie den Stress eines ausgefüllten Lebens genießen und…viel Bewegung in diesen wunderbaren Sommertagen,

Markus Frey

Begeisterung und Work-Life-Balance

5. Juni 2010

Ich erinnere mich gut, wie nach all dem vielen Schnee mein 6jähriger Sohn Ende Februar plötzlich jubelte: „Papa schau mal, schon 14 Krokusse!“ Er schäumte fast über vor Begeisterung. Auch sonst erfreue ich mich tagtäglich an seiner Begeisterungsfähigkeit, zum Beispiel wenn er selbst gegen den Papa ein Tor schießt oder eine „seiner“ Fußballmannschaften gewinnt.

Warum ich Ihnen das erzähle? Ganz einfach, weil Kinder a) uns Erwachsenen ganz allgemein ein Vorbild in Sachen Begeisterungsfähigkeit sind und weil es b) nach meiner tiefen Überzeugung ohne Begeisterung keine echte Work-Life-Balance gibt.

Vielleicht wundern Sie sich jetzt erst einmal über diese Aussage. Aber ich wiederhole sie gerne noch einmal: Ohne Begeisterung gibt es keine echte Work-Life-Balance!

Begeisterung ist für mich ein Synonym für Leben an sich. Das hat eine Menge an unterschiedlichen Aspekten.  Ich will hier nur einen einzigen herausgreifen, die Begeisterung für das, was Sie tun, Ihren Beruf bzw. die Tätigkeit mit der Sie den größten Teil Ihrer Zeit verbringen. Wenn Sie diese, wie leider ein sehr großer Teil unserer Bevölkerung, 8, 10 oder gar noch mehr Stunden ohne jegliche Form der Begeisterung tun… dann können Ihnen alle Massagen, Duftöle und Wellness-Urlaube dieser Welt nicht zu einem ausbalancierten Leben verhelfen.

Umgekehrt verhilft Ihnen jeder einzelne Begeisterungsfunken, den Sie für Ihre Aufgaben im Beruf, in der Familie, beim ehrenamtlichen Engagement und wo auch immer entwickeln, zu mehr Energie als alles, was im Rahmen der Work-Life-Balance so angeboten wird (womit nichts gegen diese Angebote gesagt ist, es geht mir hier nur um die Prioritäten).

Nun wünsche ich allen Fußballfans, incl. meinem Sohn und mir, dass wir in den Wochen der Fußball-WM in Südafrika viel erleben dürfen, was uns begeistert und uns allen, dass wir unsere Begeisterung auch losgelöst von Fußball-Ergebnissen  immer wieder zu füttern vermögen.

In Stressphasen – Energietanks neu auffüllen!

10. Mai 2010

Zugegeben, die Forderung aus dem Titel dieses Blog-Beitrags ist an Plattheit nur schwer zu überbieten. Warum ich ihn trotzdem gewählt habe? Ganz einfach, weil diese banale Sache häufiger unbeachtet bleibt, als dass entsprechend dieser einfachen Erkenntnis gehandelt würde!

Beispiel Bewegung: Häufig führen Stressbetroffene an, dafür keine Zeit zu haben. Folge: Der Stresshormonspiegel bleibt dauerhaft erhöht mit allen bekannten Folgen wie Bluthochdruck, Schlaflosigkeit, etc. Die eingesparte Zeit wird dann zum Beispiel in jener Zeit im Bett verbraucht, während der man nicht einschlafen kann.

Beispiel Ernährung: auf ein gehaltvolles Frühstück wird verzichtet, der Kalorienbedarf wird mit Schokoriegeln, Junk food und Limonaden gedeckt. Dumm nur, dass wichtige Vitalstoffe, die wir gerade in Stressphasen so dringend benötigen würden, nicht dabei sind.

Beispiel Erholung: immer mehr Menschen geben an, sich abends und an den Wochenenden nicht mehr erholen zu können, weil sie dauernd „unter Strom“ sind. Dies hat einerseits ganz direkt mit auch mit dem schon erwähnten Bewegungsmangel zu tun und mit einer Ernährung, die trotz (über)reichlicher Kalorienaufnahme als Mangelernährung bezeichnet werden muss. Auch fehlende bzw. ungeeignete Erholungsgewohnheiten wie Nächte, die regelmäßig vor dem Computer verbracht werden, fehlende Ruhepausen im Tagesverlauf oder unregelmäßige Schlafzeiten sind ein wesentlicher Aspekt dieses Problems

Langer Rede kurzer Sinn: Wer schon „nur“ die drei Aspekte Bewegung, Ernährung und Erholung in ausreichendem Maße beachtet, kann seine Stressresistenz und damit seine Gesundheit und Leistungsfähigkeit bereits dramatisch verbessern.

Stress – und was die Geschichte kostet

20. März 2010

Zugegeben, es gibt nur wenige verlässliche Zahlen zu den wahren Kosten des Stresses. Das hat damit zu tun, dass häufig nur relativ wenige Aspekte eingerechnet werden, z.B. die Kosten der Fehltage in den Betrieben. Da war es vor vier Jahren für manche schon ein Schock, als die beiden Kölner Wissenschaftler Winfried Panse und Wolfgang Stegemann vom betriebswirtschaftlichen Institut der Fachhochschule Köln die Kosten der Angst (was in hohem Maße mit dem Stress einhergeht) auf 80 bis 100 Milliarden Euro im Jahr bezifferten. Etwas später wurde die Zahl von der Weltgesundheitsorganisation für Deutschland bestätigt und auch sonst werden diese Zahlen kaum angezweifelt.

Das bedeutet im Klartext, dass Angst und Stress bei jedem Berufstätigen (Teilzeit und Vollzeit zusammen genommen) im Durchschnitt etwa 2‘500 Euro an verminderter Wertschöpfung im Jahr verursacht. Das mag auf den ersten Blick gar nicht so viel sein. Aber bei einem 100-Mann-Betrieb sind das bereits jährliche Kosten von etwa einer Viertelmillion Euro. Die Firmenführungen sind also schon aus rein wirtschaftlichen Gründen herausgefordert, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Burnout – mehr als „nur“ Erschöpfung

20. Februar 2010

Ein Gespenst geht um, nicht nur in den Chefetagen, wo der Begriff lange als „Managerkrankheit“ die Runde machte. Die Rede ist von „Burnout“, einem Begriff, den der amerikanische Psychologe Freudenberger 1974 zum ersten Mal im Gesundheitsbereich verwendete. Er verstand darunter eine starke, sowohl psychische als auch physische Erschöpfung, die die Leistungsfähigkeit auf ein Minimum reduzierte.

Das Burnout-Syndrom ist entgegen anderer Berichte im Internet nach wie vor nicht als eigenständige Krankheit anerkannt. Im ICD-10, dem maßgeblichen „Krankheiten-Katalog“ der Weltgesundheitsorganisation, ist Burnout unter „Einflussfaktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen“ aufgeführt. Dies ist deshalb bedeutungsvoll als die Krankenkassen diese sogenannten „Z-Diagnosen“  in der Regel nicht abrechnen. Die behandelnden Ärzte weichen daher meistens auf „F-Diagnosen“ (anerkannte Krankheiten im Leistungskatalog) wie „Depression“ aus, wenn sie für Ihre Diagnose von der Krankenkasse Geld sehen wollen.

Noch einmal: Burnout ein psychophysischer Erschöpfungszustand. Wichtig ist dabei, dass es sich eben nicht „nur“ um eine körperliche Überarbeitung, vielleicht noch kombiniert mit einem Schlafdefizit handelt. Der entscheidende Punkt ist die psychische Komponente. Deswegen reicht eine rein körperliche Erholung bei Betroffenen auch nicht aus, so wichtig sie im Akutfall zunächst auch ist.

Neben dieser inneren Leere („Emotional exhaustion“) ist als zweites Merkmal der Verlust eines Gefühls für den Sinn des Lebens im Allgemeinen und des Sinns der eigenen Arbeit im Speziellen bedeutsam. Sehr auffällig ist drittens auch ein zunehmender Zynismus der Betroffenen, als Zeichen einer nicht (mehr) vorhandenen Wertschätzung sich selbst und anderen gegenüber.

Markus Frey

PS Ein hervorragendes Selbsthilfe-Buch zur Überwindung des Burnout-Syndrom ist „Burnout-Prävention – Das 9-Stufen-Programm zur Selbsthilfe“ von Thomas M.H. Bergner. Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link: http://www.bit.ly/dr4WHW

Stress – ein ganz normaler Mitarbeiter

6. Februar 2010

Bei den ganzen Debatten um den Stress wird manchmal vergessen, dass der Stress ganz einfach zum Leben dazugehört. Bis zu einem gewissen Grad ist er auch gesund oder sogar „Die Würze des Lebens“ wie Hans Selye, „Erfinder“ des Begriffes in seiner heutigen Verwendung und Vater der Stressforschung einst meinte.
Der Stress ist auch eine Art „Mitarbeiter“ eines jeden von uns. Wie jeder Mitarbeiter hat er ein doppeltes Potential. Das Potential zum „Flop-Mitarbeiter“, ja. Dann ist er tatsächlich in der Lage, unser Immunsystem zu ruinieren und unsere Gesundheit vor die Hunde gehen zu lassen.
Aber er hat auch das Potential zum „Top-Mitarbeiter“. Dann unterstützt er uns bei der Entwicklung unserer Fähigkeiten, beim Erweitern unserer Grenzen… kurz: beim Erbringen von Spitzenleistungen. Die entscheidende Frage ist dann „nur“ noch: Wie führe ich meinen „Mitarbeiter Stress“, damit er mich maximal unterstützt und nicht als „Flop-Mitarbeiter“ mein Leben sabotiert?
Markus Frey

PS Das Gleichnis vom Stress als Mitarbeiter ist die Grundlage des Hörbuchs „Mit Stress zur Spitzenleistung

Stressmanagement statt Stressbewältigung

22. Januar 2010

Klar ist Stressbewältigung sinnvoll. Außer dass es auch sonst eine gute Investition in Ihre Gesundheit ist, bauen Sie beispielsweise mit jeder Nordic Walking-Einheit Ihren Stresshormonspiegel ab. Auch wenn Sie in die Sauna gehen, ein Konzert besuchen oder ein Candle-light-dinner mit Ihrer bzw. Ihrem Liebsten genießen, sind das durchaus nicht zu verachtende Maßnahmen im Sinne der Stressbewältigung.

Wenn Sie aber langfristig besser, d.h. gesünder mit Ihrem Alltagsstress umgehen wollen, müssen Sie von der Stressbewältigung zum Stressmanagement kommen. Der Unterschied? Stressbewältigung wird einfach irgendwo in den Alltag reingeschoben, so es irgendwie passt. Das Wesen des Stressmanagements (wie jedes anderen Managementbereiches) jedoch ist, dass es von präzisen Entscheidungen geprägt ist. Erst die ganz persönlichen Entscheidungen machen aus der Stressbewältigung ein Stressmanagement.

Im Einzelnen heißt das, dass wir einerseits das, was wir tun und lassen „managen“. Andererseits geht es auch darum, unser Denken entsprechend zu steuern. Das ist zwar nicht immer einfach, aber sehr wohl möglich. Nur wer dazu übergeht, sowohl seine Handlungen als auch sein Denken zu „managen“ wird auch langfristig zu einem erfolgreichen und die eigene Energie erhaltenden Stressmanagement kommen.

Stress und Spitzenleistung

9. Januar 2010

„Stress“ und „Spitzenleistung“ sind zwei Begriffe, die nicht gerade häufig in einen Zusammenhang gestellt werden. Und doch, dieser Zusammenhang besteht. Unser Schöpfer hat uns nämlich nicht mit den Stresshormonen ausgerüstet, um uns krank zu machen. Einerseits übernehmen sie wichtige, lebensnotwendige Funktionen, z.B. beim Stoffwechsel. Andererseits sind sie eben auch dafür da, um uns beim Erbringen von besonderen Leistungen, Spitzenleistungen, zu unterstützen.

Trotzdem ist es leider eine Tatsache, dass der Stress viele Menschen auch krank macht. Die Weltgesundheitsorganisation WHO sprach vor einigen Jahren sogar davon, dass Stress die größte Gesundheitsgefahr des 21. Jahrhunderts sei (zumindest in der westlichen Welt).

Was es mit dem Stress auf sich hat und wie wir intelligent und auf gesunde Weise mit ihm umgehen können, wird also ist also das Hauptthema dieses Blogs. Dazu gibt es viel Wissenswertes und natürlich auch mal den einen oder anderen Tipp.  Bis zum nächsten Mal!

Markus Frey


Follow

Get every new post delivered to your Inbox.