Zugegeben, es gibt nur wenige verlässliche Zahlen zu den wahren Kosten des Stresses. Das hat damit zu tun, dass häufig nur relativ wenige Aspekte eingerechnet werden, z.B. die Kosten der Fehltage in den Betrieben. Da war es vor vier Jahren für manche schon ein Schock, als die beiden Kölner Wissenschaftler Winfried Panse und Wolfgang Stegemann vom betriebswirtschaftlichen Institut der Fachhochschule Köln die Kosten der Angst (was in hohem Maße mit dem Stress einhergeht) auf 80 bis 100 Milliarden Euro im Jahr bezifferten. Etwas später wurde die Zahl von der Weltgesundheitsorganisation für Deutschland bestätigt und auch sonst werden diese Zahlen kaum angezweifelt.
Das bedeutet im Klartext, dass Angst und Stress bei jedem Berufstätigen (Teilzeit und Vollzeit zusammen genommen) im Durchschnitt etwa 2‘500 Euro an verminderter Wertschöpfung im Jahr verursacht. Das mag auf den ersten Blick gar nicht so viel sein. Aber bei einem 100-Mann-Betrieb sind das bereits jährliche Kosten von etwa einer Viertelmillion Euro. Die Firmenführungen sind also schon aus rein wirtschaftlichen Gründen herausgefordert, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
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