Ich erinnere mich gut, wie nach all dem vielen Schnee mein 6jähriger Sohn Ende Februar plötzlich jubelte: „Papa schau mal, schon 14 Krokusse!“ Er schäumte fast über vor Begeisterung. Auch sonst erfreue ich mich tagtäglich an seiner Begeisterungsfähigkeit, zum Beispiel wenn er selbst gegen den Papa ein Tor schießt oder eine „seiner“ Fußballmannschaften gewinnt.
Warum ich Ihnen das erzähle? Ganz einfach, weil Kinder a) uns Erwachsenen ganz allgemein ein Vorbild in Sachen Begeisterungsfähigkeit sind und weil es b) nach meiner tiefen Überzeugung ohne Begeisterung keine echte Work-Life-Balance gibt.
Vielleicht wundern Sie sich jetzt erst einmal über diese Aussage. Aber ich wiederhole sie gerne noch einmal: Ohne Begeisterung gibt es keine echte Work-Life-Balance!
Begeisterung ist für mich ein Synonym für Leben an sich. Das hat eine Menge an unterschiedlichen Aspekten. Ich will hier nur einen einzigen herausgreifen, die Begeisterung für das, was Sie tun, Ihren Beruf bzw. die Tätigkeit mit der Sie den größten Teil Ihrer Zeit verbringen. Wenn Sie diese, wie leider ein sehr großer Teil unserer Bevölkerung, 8, 10 oder gar noch mehr Stunden ohne jegliche Form der Begeisterung tun… dann können Ihnen alle Massagen, Duftöle und Wellness-Urlaube dieser Welt nicht zu einem ausbalancierten Leben verhelfen.
Umgekehrt verhilft Ihnen jeder einzelne Begeisterungsfunken, den Sie für Ihre Aufgaben im Beruf, in der Familie, beim ehrenamtlichen Engagement und wo auch immer entwickeln, zu mehr Energie als alles, was im Rahmen der Work-Life-Balance so angeboten wird (womit nichts gegen diese Angebote gesagt ist, es geht mir hier nur um die Prioritäten).
Nun wünsche ich allen Fußballfans, incl. meinem Sohn und mir, dass wir in den Wochen der Fußball-WM in Südafrika viel erleben dürfen, was uns begeistert und uns allen, dass wir unsere Begeisterung auch losgelöst von Fußball-Ergebnissen immer wieder zu füttern vermögen.
7. Juni 2010 um 7:38 am |
Genau. Wer das tut, was ihn begeistert, der macht dies nicht nur besser sondern auch “länger” gern. Wer im Flow ist und sich über seine Tätigkeit freut, schaut nicht auf die Uhr, fühlt sich nicht so schnell ausgepowert.
Auch die Begeisterung für externe Dinge (den erwähnten Krokuss oder eine sportliche Leistung anderer) zeugt von innerer Zufriedenheit.
Carpe Diem
Oliver Rumpf